Grenzüberschreitende Metropolregion Stettin

Szczecin (deutsch Stettin, lateinisch Sedinum oder Stetinum) – Stadt mit Kreisrechten, Hauptstadt der Wojewodschaft Westpommern, gelegen an der Oder und am Dąbie-See. Historische Hauptstadt des Herzogtums Pommern; später innerhalb der Grenzen von Schweden, Brandenburg, Preußen und Deutschland gelegen, seit 1945 innerhalb der Verwaltungsgrenzen Polens, im Hinblick auf die eingenommene Fläche (300,60 km² von denen fast 24 % unter Wasser gelegene Grundstücke einnehmen) die drittgrößte und im Hinblick auf die Bevölkerung die siebtgrößte Stadt Polens. Liegt im Zentrum des Ballungsraums Stettin (einer von 8 polnischen Ballungsräumen nach ESPON). Die Stadt Stettin zählt 396 472 Einwohner (2021), und ihr Zentrum liegt 15 km von der Staatsgrenze entfernt.

Die Verflechtung der Stadt Stettin mit ihrem Umland nimmt stetig zu und macht auch an der deutsch-polnischen Grenze nicht Halt. Seit 1995 ist die Stadt Stettin kraft der Vereinbarung zwischen der Stadtgemeinde Stettin, dem Verband Polnischer Gemeinden der Euroregion Pomerania sowie der Kommunalgemeinschaft Pomerania e.V. Sitz der Euroregion Pomerania. Zweck der euroregionalen Vereinbarung ist die Integration des deutsch-polnischen Grenzraums, der auf polnischer Seite die Wojewodschaft Westpommern, und auf deutscher Seite drei Landkreise in Mecklenburg-Vorpommern (Mecklenburg-Vorpommern, Vorpommern-Greifswald und Mecklenburgische Seenplatte) sowie zwei Landkreise in Brandenburg (Uckermark und Barnim) umfasst.

Die Grenzüberschreitende Metropolregion Stettin ist ein Gebiet enger Verbindungen der Euroregion Pomerania und umfasst mit ihrer Reichweite die Stadt Stettin sowie direkt mit ihr verbundene Nachbargemeinden, die intensive und dauerhafte Verbindungen mit der Großstadt aufrechterhalten. Dieses Gebiet umfasst vor allem polnische Gemeinden und tritt immer stärker auf deutscher Seite ein (Umzug von Polen und tägliches Pendeln zur Arbeit in Stettin). Derzeit ist dieses Gebiet nicht vollständig integriert, aber der Prozess der Migration und Integration nimmt stetig zu, vor allem in Anbetracht der starken Entvölkerung deutscher Städte, sowie infolge des Anstiegs der Immobilienpreise im Zentrum von Stettin.

Zwecks einer solidarischen Zusammenarbeit der Kommunen zugunsten eines starken metropolitalen Zentrums, entstand auf polnischer Seite im Jahr 2005 der Selbstverwaltungsverband für Regionale Zusammenarbeit (Samorządowe Stowarzyszenie Współpracy Regionalnej). Seit 2009 ist die Organisation als Verband der Metropolregion Stettin (Stowarzyszenie Szczecińskiego Obszaru Metropolitalnego, Abkürzung: SSOM) aktiv, und seine Mitglieder sind Gemeinden und Landkreise, die um die Kernstadt Stettin gelegen sind, sowie die Selbstverwaltung der Woiwodschaft Westpommern. Für den Raum, dessen Kommunen im SSOM organisiert sind, wurden im Jahr 2011 die „Entwicklungsprioritäten des polnischen Teils der Grenzüberschreitenden Metropolregion Stettin” bearbeitet.

Mapa / Karte TRMS

Neben dem Begriff des „Metropolgebiets” ist auch das Phänomen hervorzuheben, dass die Metropolregion darstellt, die eine breitere Auffassung ist, und über die direkte Auswirkung der Stadt hinausgeht, jedoch im Hinblick auf zahlreiche Verknüpfungen unter ihrem Einfluss bleibt, die ein gemeinsames bürgerlich-wirtschaftliches Potenzial sowie Entwicklungsmöglichkeiten aufbaut. Die Region zeichnet sich durch Metropolfunktionen aus, die aus dem Sektor der Dienstleistungen höheren Grades folgen (politische, kulturelle, Bildungs- und wirtschaftliche Einrichtungen) – die der Entwicklung des Netzwerks externer Verknüpfungen dienen, vor allem im Bereich des Durchflusses von Wissen, Informationen, Kapital, Kulturgütern und Menschen. Die Metropolregion erstreckt sich auf beiden Seiten der deutsch-polnischen Grenze und umfasst auf polnischer Seite die Städte: Stettin und Swinemünde sowie die Landkreise Policki, Gryfiński, Pyrzycki, Stargardzki, Goleniowski und Kamieński. Auf deutscher Seite umfasst er die Raumordnungsregionen: Mecklenburgische Seenplatte, Vorpommern und Uckermark-Barnim. Direkte und enge Verbindung mit der Großstadt sind hier schwächer, mit Wochenenden verbunden, oder gelegentlich.

Im Jahr 2012 unterzeichneten die Leitungen der für Raumordnung zuständigen Stellen der Länder Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sowie das Regionalbüro für räumliches Management der Wojewodschaft Westpommern in Stettin (Regionalne Biuro Gospodarki Przestrzennej Województwa Zachodniopomorskiego w Szczecinie, Abkürzung: RBGP WZ) eine Absichtserklärung zur Erarbeitung eines gemeinsamen Entwicklungskonzepts der grenzüberschreitenden Metropolregion Stettin (Transgraniczny Region Metropolitalny Szczecina, Abkürzung: TRMS). Die Zusammenarbeit mit Polen insbesondere im Rahmen der grenzüberschreitenden Metropolregion Stettin seit vielen Jahren ein strategisches Ziel der Landesentwicklungsplanung in Mecklenburg-Vorpommern (vgl. Landesraumentwicklungsprogramm Mecklenburg-Vorpommern (LEP M-V) 2016, insbesondere Kapitel 3.4) und Brandenburg (vgl. Landesentwicklungsplan Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg (LEP HR), Kapitel 9.1.).

Im Jahre 2015 wurde das o. g. Entwicklungskonzept der grenzüberschreitenden Metropolregion Stettin als Bericht über die Ergebnisse der ersten Arbeitsphase 2013-2015 veröffentlicht. Es stellt eine erste gemeinsame Vision zur Entwicklung dieses grenzübergreifenden Raumes dar. Neben der Selbstverwaltung der Wojewodschaft Westpommern, der Stadt Stettin und dem SSOM gehören zu den Partnern der Zusammenarbeit unter anderem die Gemeinsame Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg (GL B-B), das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Euroregion Pomerania.

In der aktuellen Phase der Zusammenarbeit wird u.a. an Themen wie dem Monitoring der Harmonisierung von Daten für die Ausrichtung der Entwicklung der grenzüberschreitenden Metropolregion Stettin, Deutsch-Polnischen Treffen auf Radwegen, Grenzüberschreitenden Tourismuswegen, dem Aufbau der Modellregion erneuerbarer Energien gearbeitet.

Ein Meilenstein bei der Schaffung der Strukturen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Rahmen der Grenzüberschreitenden Metropolregion Stettin ist die Aktivität der Euroregion Pomerania, die zuletzt das 25-jährige Jubiläum ihrer Aktivität feierte, sowie die Eröffnung der gemeinsamen Geschäftsstelle der Länder Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg für die Metropoloregion Stettin in Anklam im Dezember 2019 dar.

Dokumente

Im Internetportal des Regionalen Raumplanungsbüros der Wojewodschaft Westpommern in Stettin (RBGP WZ) sowie in der Rubrik „Publikacje” (Publikationen) sind die folgenden strategischen Dokumente zur Entwicklung der Grenzüberschreitenden Metropolregion Stettin abrufbar:

Der Film zur Metropolregion und zur Vision 2030 (auf Deutsch und Polnisch, mit optionalen Untertiteln) gewährt einen tieferen Einblick in die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit und die Erwartungen, die im Lichte aktueller Entwicklungen an diese geknüpft werden. Der Film wurde vom RBGP WZ im Rahmen des Projekts INT 179 bereitet, mitfinanziert aus Mitteln des Programms INTERREG VA Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen.

Unter dem Titel „Koncepcja rozwoju transgranicznego regionu metropolitalnego Szczecina – część polska” (Entwicklungskonzeption der grenzüberschreitenden Metropolregion Stettin – polnischer Teil) berichtet auch der SSOM auf seiner Website in der Rubrik „Projekte” über die Erarbeitung des Dokuments für den polnischen Teil der Metropolregion und stellt dazu Dokumente aus dem Arbeitsprozess zum Download bereit.

Auf der Seite der GL B-B zur Grenzüberschreitenden Metropolregion Stettin ist das Entwicklungskonzept von 2015 (auf Polnisch und Deutsch) einsehbar.

Im Deutsch-Polnischen Raumordnungsportal sind die beiden im Rahmen des MORO-Wettbewerbs für Modellhafte deutsch-polnische Kooperationsprojekte ausgezeichneten Projekte dokumentiert, die sich mit der Entwicklung der Grenzüberschreitenden Metropolregion Stettin befassen: